POSITIONIERTES SPIELEN
Egal, ob man online Poker bevorzugt, oder lieber in eine Spielbank geht, die richtige Pokerstrategie sollte man immer in der Tasche haben. Nur dann kann man gegen Profis bestehen und hat gute Chancen auf einen Gewinn. Um sich eine solche Taktik anzueignen, stehen einem zahlreiche Pokerstrategie Varianten zur Verfügung, die jede für sich in der passenden Situation helfen kann. Eine dieser Strategien ist das sogenannte positionierte Spielen. Wer sich darunter nun nicht viel vorstellen kann, dem sei gesagt, dass auch die Position am Tisch eine sehr wichtige Rolle spielen kann, und oftmals den entscheidenden Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmacht. Bevor man es sich also auf einem x-beliebigen Platz in der Pokerrunde bequem macht, sollte man einen Moment innehalten und überlegen, welcher dieser Plätze taktisch geschickt ist.
Welche Position bringt den Erfolg?
Eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Viel zu viele Faktoren müssen bei der Wahl des richtigen Platzes mit einbezogen werden, als dass man sich für den Rest der Pokerkarriere auf einen bestimmten Platz am Tisch festlegen könnte. Grundsätzlich sollten einem erst einmal ein paar essenzielle Dinge klar sein. Dazu gehört, dass Spieler, die einen frühen Einsatz bringen müssen, sich in der sogenannten “Vordere Position” befinden, und Spieler, die erst später zu einem Einsatz aufgefordert werden, in der sogenannten “Hintere Position” sitzen. Die Spieler, die sich weder vorne noch hinten befinden, sind logischerweise in der “Mittleren Position“. Betrachtet man seinen Sitz im Bezug auf die anderen Teilnehmer, kann man entweder Position haben oder eben keine Position haben. Das bedeutet, für alle Mitspieler, die vor einem einen Einsatz bringen müssen, hat man Position.
Für alle Teilnehmer, die mit dem Setzen nach einem selbst dran sind, hat man keine Position. Dabei spielt weder die Teilnehmerzahl, noch die Pokervariante eine Rolle, da jedes Spiel steht im Uhrzeigersinn durchgeführt wird. Der grundlegende Vorteil einer möglichst späten Sitzposition ist der, dass man dort günstig an Informationen kommt und sich so schon einmal ein Bild über seine Gegner machen kann. Des Weiteren steigt bei einer späten Position die Wahrscheinlichkeit stark an, das beste Blatt auf der Hand zu haben, je mehr Gegner vor einem aussteigen. Im Gegenzug dazu ist selbstverständlich die erste Sitzposition die unbeliebteste. Zum einen muss man dort bei einigen Pokerarten den sogenannten Blind leisten und damit den Grundstock für den Pot legen. Zum anderen springt man in der ersten Sitzposition sozusagen fast immer ins kalte Wasser.
Das bedeutet, man kann sich anhand des Setzverhaltens der Gegner keinen Reim machen, weil man selbst den ersten Einsatz machen muss. Auch wenn man auf der ersten Sitzposition beim Big Blind einen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten genießt, ist es grundsätzlich doch meistens so, dass man gerade auf lange Sicht die meisten Verluste einstecken muss. Aus all diesen Erklärungen lässt sich schnell folgern, dass die Sitzposition beim Poker sehr wohl eine große Rolle spielt. Aus diesem Grund sollte man sich sowohl beim online Poker als auch beim Spiel in einem Kasino gut überlegen, wo man sich am Tisch hinsetzen möchte.
Ein Beispiel um den Wert der Sitzposition zu verdeutlichen
Wir befinden uns in einer Pokerrunde mit 10 Mitspielern. Das Spiel der Wahl ist Texas Holdem und als festes Limit gilt die Grenze 4€ /8€. Nennen wir mal den Spieler auf der ersten Position Marlene. Diese hat den ersten Einsatz zu leisten, den sogenannten Small Blind. Marlene setzt also 2€ ein. Der Spieler auf der zweiten Position, nennen wir in Christian, hat den Big Blind zu leisten. Christian legt also 4€ in den Topf. Der Spieler auf der dritten Position, dieser heißt Helena und befindet sich auf einem Platz der auch under the gun genannt wird. Hat nun Carol eine Starthand, die zum Beispiel aus einem K und einem B besteht, kann sie sich entweder dazu entscheiden, auszusteigen.
Bei einer Runde mit insgesamt 10 Teilnehmern bedeutet das für Helena, dass sie mit ihrer Starthand gegen 9 Gegner bestehen muss. Statistisch gesehen liegt die Wahrscheinlichkeit bei etwa 40 %, dass wenigstens ein Mitspieler eine bessere Starthand wie zum Beispiel ein Pärchen erhalten hat. Selbst dann, wenn keiner der Gegner eine erfolgversprechendere Starthand bekommen hat, hat Helena immer noch sieben Spieler (ausgenommen der beiden Blind-Spieler) nach ihr Position auf sie. Die Chance mit einer solchen Starthand während der nächsten drei Wettrunden bestehen zu können oder gar zu gewinnen ist relativ gering.
Nehmen wir nun im Gegenzug dazu an, dass der Spieler, der auf der letzten Position (cut off) sitzt, sagen wir dieser heißt Thomas, dasselbe Blatt wie Helena auf die Hand bekommen hat. Für Thomas stehen die Chancen mit diesem Blatt erfolgreich zu sein wesentlich besser. Dieser Umstand resultiert aus verschiedenen Gründen. Nehmen wir einmal an, dass alle Spieler, die vor Thomas ihren Einsatz bringen mussten, sich zu einem Ausstieg entschieden haben. Geschieht dies so, ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer der beiden verbleibenden Spieler ein besseres Blatt als Thomas auf der Hand hält, ist nun wesentlich geringer, als dies bei Helena der Fall war.
Zu 16 % kann einer der Blind-Spieler diese Starthand toppen. Das bedeutet, dass die Chance auf einen guten Verlauf des Spiels für Thomas sehr hoch ist. Außerdem haben zwei von diesen drei Spielern in den folgenden Wettrunden keine Position auf Thomas, sodass er auch in diesem Punkt einen Vorteil genießt. Ein anzunehmender Weg für Thomas wäre nun, den Einsatz zu erhöhen, und dabei zu hoffen, dass der Mitspieler auf der Button Position, nennen wir in Helmut, sich zu einem Ausstieg entscheidet. Helmut stellt an diesem Punkt den einzigen Spieler der verbleibenden Runde dar, der Position auf Thomas hat. Mit der Erhöhung des Einsatzes hat Thomas nun die Möglichkeit, den beiden Blinds den Pot zu stehlen, falls diese schlechte oder nicht spielbare Karten auf der Hand haben. Falls jedoch Marlene und Christian die Bereitschaft zum Spiel anzeigen, und sich dementsprechend verhalten, hat Thomas von all diesen Spielern die erfolgversprechendste Sitzposition und kann diese für sich nutzen, um sich den Topf zu holen. Die Aussichten auf einen Gewinn stehen in diesem Beispiel für Thomas sehr gut.
Pokerface aufsetzen und Position beziehen
Wer sich eine gute und taktisch ausgefeilte Pokerstrategie zurechtlegen möchte, darf letztendlich positioniertes Spielen auf keinen Fall außer Acht lassen. Wer sich einmal genauer mit diesem Thema beschäftigt, wird sogar feststellen, dass positioniertes Spielen beim Poker sogar zu einem der wichtigsten Elemente bei der Bildung einer guten Strategie gehört. Also, Augen auf bei der Sitzwahl und im Zweifelsfall lieber ein Stück weiter hinten Platz nehmen. Wir sind hier schließlich nicht in der Schule!
(C) copyright 2010-2011. |
http://www.onlinepokerdeutschland.com | Kontakt | Online Pokerräume | Poker Forum |
|




