RAZZ

Poker ist ein sehr facettenreiches Spiel und dementsprechend gibt es auch zahlreiche Varianten und Unterarten. Eine dieser Unterarten stellt die Pokerart Razz dar. Als Abart des Seven Card Stud Poker wird die Pokervariante Razz auch oftmals Seven Card Stud Low genannt. Gerade Spieler, die bereits mit der Spielweise beim Stud Poker vertraut sind, lernen die Unterart Razz meist sehr schnell, da die Wetten und Hände identisch sind mit denen beim Seven Card Stud Poker.
 
Der grundsätzliche Unterschied zwischen diesen beiden Pokervarianten liegt darin, dass beim Razz das Ranking im Lowball System zählt. Das bedeutet, dass bei der Pokervariante Razz nicht die beste Pokerkombination gewinnt, sondern die Hand, welche unter normalen Umständen die schlechteste wäre. Außerdem werden Straights und Flushes nicht gezählt. Somit ist die schlechteste Hand (oder auch die beste) folgende Kombination: A, 2, 3, 4, 5, welche weitläufig auch “Wheel” genannt wird. Die Pokerart Razz ist für alle Spieler geeignet, die einfach einmal nach ein wenig Abwechslung suchen oder Poker einmal andersrum spielen möchten. Heute findet sich diese Pokervariante in vielen Pokerräume und auch in zahlreichen Kasinos.

 

Die Razz Regeln

Die Pokervariante Razz kann mit 2 bis 6 Teilnehmern gespielt werden, Die Regeln lassen sich am besten durch ein konkretes Beispiel verdeutlichen. Nehmen wir einmal von einer Runde mit einem festen Tischlimit von 2 / 4 € aus. Gespielt wird in Aces to five. Wie bei anderen Pokerarten auch müssen beim Razz alle Spieler zuerst einmal den sogenannten Ante also Mindesteinsatz in den Topf legen. Dieser Einsatz muss gebracht werden, bevor das Spiel beginnt. Haben alle Teilnehmer der Runde den Ante gemacht, kann der Dealer dazu übergehen, allen Spielern beginnend von links, drei Karten zu geben. Wie beim Seven Card Stud, sind auch beim Razz zwei dieser Karten verdeckt und je eine Karte offen. Nun hat jeder der Teilnehmer die Möglichkeit, seine verdeckten Karten anzusehen, und sich einen Überblick über die offenen Karten auf dem Tisch zu verschaffen.

 
Ist dieser Vorgang durch den Dealer abgeschlossen, werden die offenen Karten auf dem Tisch verglichen. Derjenige Spieler, der hierbei die höchste offene Karte vor sich liegen hat, muss nun den sogenannten “Bring-In” leisten. Gesetzt dem Fall, dass zwei oder mehr Spieler dieselbe hohe Karte bekommen hat, entscheidet die Farbe der Karten über den Bring-In. Die Reihenfolge ist hierbei Pik, Herz, Karo und Kreuz. Geht es um den Bring-In, ist außerdem der König die höchstmögliche Karte.

 
Der Bring-In beträgt nach den Regeln die Hälfte bis ein Drittel des sogenannten Low-Limits. Geht man also von einem Tischlimit von 2 /4 € aus, ergibt das in unserem Beispiel einen Bring-In von 1 Euro. Sobald der Bring-In geleistet wurde ist auch schon die erste Wettrunde eröffnet. Nun beginnen die anderen Teilnehmer beginnend mit dem Spieler links vom Bring-In damit, ihre Einsätze zu tätigen. Hierbei haben die Teilnehmer die Möglichkeit, entweder mitzugehen, also 1 Euro in den Topf zu legen, oder aber auf das Low-Limit, also 2 Euro zu erhöhen.

 
Die übrigen Spieler können so lange beim Bring-In mitgehen, also 1 Euro setzen, bis einer der Gegner den Einsatz auf 2 Euro angehoben hat. Ab diesem Zeitpunkt können die restlichen Teilnehmer der Runde entweder bei diesen 2 € mitgehen, also callen, oder den Einsatz in 2 Euro Schritten weiter erhöhen, also Raisen. In unserem Beispiel sind feste Tischlimits bestimmt worden, sodass hier maximal drei totale Erhöhungen in jeder Wettrunde möglich sind. Beim Razz haben alle Spieler jederzeit die Möglichkeit, auszusteigen und so die Runde zu verlassen. Sollte an irgendeinem Punkt nur noch ein Teilnehmer übrig sein, gewinnt dieser automatisch den Pot.

 
Haben im weiteren Verlauf der Wettrunde entweder alle Spieler die Runde verlassen oder den maximalen Einsatz gebracht, wird diese Setzrunde durch den Dealer geschlossen. Im Anschluss daran bekommt jeder Teilnehmer eine weitere offene Karte vor sich auf den Tisch gelegt und die nächste Wettrunde wird eingeläutet. Insgesamt geht diese Vorgehensweise über 5 Wettrunden, wobei bei den ersten beiden Wettrunden das niedrige Tischlimit von 2 Euro zählt und bei den letzten drei Wettrunden das höhere Tischlimit von 4 Euro gilt. Die siebte Karte, welche die Teilnehmer durch den Dealer erhalten, ist noch einmal eine verdeckte Karte. Schlussendlich haben nun alle Spieler drei verdeckte Karten und 4 offene Karten bekommen. Wurde die letzte verdeckte Karte an jeden Spieler ausgegeben, geht es auch schon direkt in die letzte Wettrunde. Überstehen mehr als ein Spieler diese finale Wettrunde, geht es im Anschluss daran zum Showdown. Hierbei müssen die verbliebenen Teilnehmer ihre verdeckten Karten offenlegen und so ihre Razz Pokerkombination preisgeben. Wie bereits erwähnt, bekommt derjenige Spieler, der das schlechteste Blatt nach den allgemeinen Poker Regeln auf der Hand hält den Topf zugesprochen.

 

Umdenken beim Razz Hand Ranking

Im Gegensatz zu vielen anderen Pokervarianten ist das Ziel beim Razz Poker, das möglichst schlechteste Blatt zu bilden. Aus diesem Grund muss man alles, was man bisher über das Ranking beim Online Poker gelernt hat eigentlich nur umdrehen. Dabei werden Straights und Flushes beim Razz nicht gezählt. Bekommt man also auf seine Starthand gleich ein Paar oder gar einen Drilling, ist dies nicht die beste Startposition für ein Spiel in dieser Pokervariante. Im Idealfall kann man eine Auswahl von sehr niedrigen Karten zusammenstellen, wobei kein Paar, Drilling oder Four of a Kind dabei sein sollte.

 
Kommt man während eines Spiels zu dem Schluss, dass zwei oder mehr Spieler eine Hand spielen, die keine wiederholenden Reihen enthalten, kann man anhand einer sehr einfachen Vorgehensweise herausfinden, welcher dieser Spieler die niedrigste Hand hält. Hierfür sieht man sich die offenen Karten der Gegner an und sucht nach der Höchsten. Haben zwei oder mehr Spieler dieselbe höchste Karte, geht man dazu über, nach der nächsten hohen Karte zu suchen. Diese Vorgehensweise setzt man so lange fort, bis man einen Gewinner findet. Ein Beispiel verdeutlicht die Taktik:

 
Marlene A, 4, 5, 8, 9 Höchste Karte 9 Zweithöchste Karte 8

Christian A, 2, 3, D, K Höchste Karte K Zweithöchste Karte -
Helena 4, 4, 8, 9, D Höchste Karte – Zweithöchste Karte -
Alexander 4, 5, 6, 7, 9 Höchste Karte 9 Zweithöchste Karte 7

 
Bei Betrachtung der obigen Runde fällt einem als Erstes auf, dass Helena ein Paar Vieren hat. Da keiner der anderen Spieler ein Paar vorweisen kann oder gar eine höhere Kombination auf dem Tisch liegen hat, zählt Helenas Blatt automatisch als Höchstes und fällt somit raus. Schaut man sich die Karten der restlichen drei Spieler an, sticht sofort der König von Christian ins Auge. Durch diese hohe Karte fällt auch dieses Blatt raus und ist nicht mehr von Interesse. Übrig bleiben die Karten von Marlene und Alexander. Beide Spieler können als höchstes Blatt eine 9 vorweisen. Aus diesem Grund muss in dieser Situation ein Blick auf die zweithöchste Karte dieser beiden Teilnehmer geworfen werden. Marlene hat hier eine 8 und Alexander eine 7. Somit hat Alexander das niedrigste Blatt und gewinnt den Topf.

 

Auch Razz hat Untervarianten – London Lowball

Gerade im europäischen Raum erfreut sich eine Untervariante von Razz größter Beliebtheit. Diese heißt London Lowball und hat große Ähnlichkeit mit der herkömmlichen Variante Razz. Zu einem der wesentlichen Unterschiede zählt hier die Zulassung der Straights und Flushes. Diese sind beim London Lowball zugelassen, wodurch die beste Hand beim Razz, das Wheel (A, 2, 3, 4, 5), zu einer der schlechtesten bei dieser Unterart wird. Mit dem Wheel auf der Hand verliert man beim London Lowball also fast zwangsläufig. Daraus ergibt sich dann die beste Hand bei der Unterart London Lowball A, 2, 3, 4, 6.
 
Des Weiteren sind die Tischlimits bei dieser Untervariante so gut wie nie festgelegt. Hier gelten dann im Gegenzug die sogenannten Topf-Limits, wodurch der aktuelle Pot stets so groß ist, wie der maximale Wetteinsatz. Dadurch summiert sich der Topf nach den fünf Wettrunden unter Umständen zu einer ansehnlichen Größe.

 

Die Unterart Duces to Seven Razz

Im obigen Beispiel wurde das Blatt mit Aces to five gespielt. Beim Duces to Seven zählen wieder Straights und Flushes, was ebenfalls das sogenannte Wheel außer Kraft setzt. Außerdem werden die Asse im Spiel hoch gezählt. Daraus ergibt sich die bestmögliche Kombination 2, 3, 4, 5, 7, was bereits der Name der Unterart aussagt.
 
Wer jetzt Lust auf eine Runde Razz bekommen hat, sollte einfach gleich mal einen Klick zu Pokerstars machen und sich der nächsten Runde anschließen.