DER BLUFF ALS GESCHICHTE POKERSTRATEGIE
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine Taeuschung beim online Poker dazu dienen soll, eine vielleicht nicht so gute Starthand in ein Erfolg versprechendes Blatt zu wandeln. Im Einzelnen bedeutet dies, dass man anhand eines Bluffs den Gegner davon überzeugen kann, dass man selbst eine gute Pokerkombination auf den Händen hält. So kann man die Vorgehensweise des Gegenübers beeinflussen, was einem selbst nur nutzen kann.
Einfach gesagt tätigt man bei einem Bluff trotz eines schlechten Blattes einen hohen Einsatz, oder geht bei den Wetten generell mit. Ziel eines solchen Verhaltens ist es, wenigstens einen der anderen Teilnehmer dazu zu bewegen, auszusteigen, auch wenn dieser ein besseres Blatt auf seinen Händen hält. Dabei spiegelt die Häufigkeit und die Größe des Bluffs wieder, ob sich dies für den Spieler lohnt. Aus all den vorher genannten Gründen wird der Begriff des Bluffens auch häufig außerhalb des Pokerns benutzt. Hierbei möchte man dann auf den Umstand hinweisen, dass jemand Taten oder eine Vorgehensweise beschreibt, ohne die entsprechenden Kenntnisse zu haben oder auch, wenn es um Drohungen geht, die derjenige, der sie ausspricht nicht durchführen wird.
Für das Bluffen während eines Pokerspiels gibt es verschiedene Vorgehensweisen.
Mit dem reinen Bluff zum Erfolg
Ein reiner oder auch eiskalter Bluff ist die einfachste Möglichkeit, beim Pokern seinen Gegner zu täuschen. Hierbei erhöht man mit einer schlechten oder aussichtslosen Hand den Einsatz, auch wenn man keine Chance sieht, sich zu verbessern. Entscheidet sich ein Spieler zu diesem Schritt, ist er meist der Ansicht, nur dann den Topf gewinnen zu können, wenn er alle anderen Teilnehmer in die Flucht schlägt, sodass diese aus der Runde aussteigen, also folden.
Die sogenannten Pot Odds bei einem solchen Vorgehen ist das Verhältnis zwischen der Größe dieses Bluffs zum Topf. Auf lange Sicht gesehen kann sich ein solch reiner Bluff nur dann rentieren, wenn die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass der Gegner mitgeht als die Pot Odds für diesen Bluff. An einem einfachen Beispiel erklärt, zeigt sich, was gemeint ist. Sind alle Karten durch den Dealer ausgegeben worden, und man sieht, dass man eine sogenannte drawing busted Hand bekommen hat, also eine Starthand, die für einen Gewinn noch einer erheblichen Verbesserung bedarf, kann man sich an diesem Punkt dazu entscheiden, einen reinen Bluff zu machen.
Dies würde in einem solchen Fall die einzige Chance darstellen, den Topf zu gewinnen. Setzt man hier nun als Einsatz die Größe des Topfes, wird man mit dieser Taktik Erfolg haben, solange die Wahrscheinlichkeit, dass die Gegner mitgehen, geringer als 50% ist. Hierbei sollte man jedoch beachten, dass auch der Gegner sich für die Pot Odds entscheiden kann, indem er in Betracht zieht, mitzugehen. Im genannten Beispiel liegen die Pot Odds für den Gegner dann bei 2:1, wenn er sich dazu entschließt mitzugehen. Geht dieser Gegner von einer mindest Wahrscheinlichkeit von 33% für einen Bluff seines Gegenübers aus, wird er sicherlich bei diesem vermeintlichen Bluff mitgehen.
Auch ein Semi-Bluff hat seine Vorteile
Beteiligt man sich an einem Pokerspiel, das über mehrere Wettrunden geht, und blufft in einer dieser Runden mit einer schlechten Hand oder einer drawing hand, welche man in einer der späteren Runden vermeintlich verbessern kann, bezeichnet man diese Taktik als Semi-Bluff. Wenn sich ein Spieler zu einer solchen Pokerstrategie entscheidet, kann er dadurch auf zwei Arten den Topf gewinnen. So kann man dieser Vorgehensweise zum einen erreichen, dass die anderen Teilnehmer möglichst früh aussteigen, also folden, oder man hat Glück und bekommt in den nächsten Wettrunden eine gute Karte auf die Hand, welche die angestrebte Pokerkombination vervollständigt.
Nicht immer geht diese Taktik so auf, wie man es sich vorstellt. So kann es passieren, dass es mit den Gegnern zu einem Unentschieden während der Wettrunden kommt. Bleibt man hier gelassen und steigert seine Quote anhand geeigneter Einsätze, kann man trotzdem noch zum Favoriten auf den Topf werden. Diese Art des Bluffens wird dann jedoch nicht als Semi-Bluff bezeichnet, obwohl man dabei sein Gegenüber dazu zwingt, das eigene Blatt als stärker anzusehen, als es eigentlich ist.
Der richtige Zeitpunkt für einen Bluff ist entscheidend
Möchte man einen Bluff in sein Spiel einbauen, sollte man sich den richtigen Zeitpunkt hierfür sehr gut überlegen. Ein Bluff kann in vielen Situationen sehr hilfreich sein, in anderen jedoch auch genau das Gegenteil bewirken. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein Bluff eine weitaus höhere Erfolgschance hat, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner trotzdem mitgeht, sehr niedrig ist. Aus diesem Grund ist bei folgenden Situationen Vorsicht geboten:
• Je mehr Gegner man durch seinen Bluff zum Aussteigen bringen muss umso geringer sind die Erfolgsaussichten.
• Auch bei ungünstigen Pot Odds im Vergleich zu den Spielern die mitgehen ist von einem Bluff abzuraten.
• Kommt eine sogenannte Scare Card ins Spiel, sollte man ebenfalls von einem Bluff absehen
• Merkt man anhand des Wetten-Musters des Gegners, dass dieser dasselbe Ziel verfolgt, ist auch Vorsicht geboten.
• Zeigt das Wetten-Muster des Gegners jedoch an, dass dieser möglicherweise eine sogenannte Rand Hand hat, die verwundbar gegenüber potenziell höheren Händen ist, kann sich ein Bluff lohnen.
• Genauso verhält es sich, wenn man merkt, dass der Gegner wahrscheinlich eine drawing hand hat, und die Pot Odds schlecht für den Gegner stehen.
• Einen Bluff gut überlegen sollte man sich auch dann, wenn man Teilnehmern gegenübersitzt, die über mehr Erfahrung verfügen und wirklich gut pokern können.
• Zu guter Letzt spielt auch die psychische Verfassung des Gegners eine Rolle, da Probleme oder der Druck von Außen die Entscheidungsfähigkeit sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können.
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