GRUNDLEGENDE ZIELE BEIM POKER
Mit der richtigen Strategie beim Poker zum Erfolg
Auch wenn die Bezeichnung Glücksspiel hinlänglich für alle Arten von Kartenspielen verwendet wird, so kann man doch beim Pokern in einer Spielbank oder auch beim Online Poker mit der richtigen Strategie seine Erfolgschancen erheblich beeinflussen. Mit einer guten Beobachtungsgabe und einem wachen Verstand lässt sich gepaart mit einer cleveren Pokerstrategie jederzeit erahnen, welches Blatt der Gegner auf der Hand hält und somit die weiteren Einsätze gezielt planen. Im Grunde genommen lassen sich diese Pokertaktiken dabei auf jede Spielvariante anwenden und bedürfen meist lediglich einer kleinen Eingewöhnung in die jeweiligen Regeln. Trotzdem haben gerade Anfänger zu Beginn häufig Schwierigkeiten, mit diesen Pokerstrategien umzugehen oder sie gar durchzuführen. Aus diesem Grund hier eine Einführung in die wichtigsten und wirksamsten Online Pokerstrategien.
Grundlegende Ziele beim Online Poker
Egal, welche Pokervariante gespielt wird, grundsätzlich versucht erst einmal jeder Spieler, die für ihn langfristig beste Option zu wählen und dies auch möglichst bei jeder Aktion während des Spiels durchzuführen. Das bedeutet, der Spieler sollte es sich zum Ziel setzen, so zu spielen bzw. zu passen, das unter dem Strich gesehen der größtmögliche Gewinn für ihn dabei herauskommt. Um dies auch in der Realität umsetzen zu können, ist es nahezu essenziell, die Karten der Gegner zu kennen oder wenigstens zu erahnen. Hierfür ist ein wachsames Auge während des gesamten Spiels gefragt. Die eigene Strategie sollte dabei jedoch so ausgerichtet sein, dass die anderen Mitspieler möglichst wenig Kenntnis davon haben, welches Blatt man auf der eigenen Hand hält. Dies lässt sich oftmals mit einem geschickten Bluff oder einer Spielweise erreichen, die dem Blatt auf der Hand eigentlich nicht gerecht wird. Hat man zum Beispiel eine sehr gute Kombination in der Hand und entscheidet sich trotzdem für ein sogenanntes slow play, also bei den Einsätzen langsam vorzugehen, kann man die Gegner damit in einer falschen Sicherheit wiegen und so zum Erfolg kommen.
Mit dem Hand-Range die eigenen Chancen ausloten
Bei fast allen Pokervarianten bekommt man in den seltensten Fällen ausreichende Informationen, um sicher zu wissen, welche Kartenkombination auf der Hand hält. Aus diesem Grund kommt dem sogenannten Hand-Range eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu. Zu Beginn eines Pokerspiels lässt sich der Raum (also Range) der möglichen Starthände des Gegners so gut wie unmöglich einschränken. Beobachtet man jedoch während der Wettrunden und während der Aktionsrunden seine Gegner, lassen sich die möglichen Kartenkombinationen der Mitspieler immer mehr konkretisieren und so auf eine weitaus kleinere Auswahl begrenzen. Auf diese Weise kann man die eigenen Erfolgschancen mit zunehmendem Spielverlauf immer besser ausloten und so seine Aktionen anhand dieser Variablen ausrichten. Hat man hier alles im Blick, sind die Chancen für ein gutes Spiel schon ein gutes Stück besser, und doch gibt es noch andere Dinge zu beachten.
Niemals die Pot Odds aus den Augen verlieren
Bei den sogenannten Pot Odds wird die Größe des Topfes (also Pot) mit den Gewinnquoten oder auch der Wahrscheinlichkeit (also Odds) verglichen, eine sogenannte made Hand (also gemachte Hand) zu erhalten. Diese Anwendung kann während des Spielverlaufs eine erhebliche Bedeutung bekommen und im Zweifelsfall darüber entscheiden, ob ein Spieler mitgehen oder passen sollte. Gerade dann, wenn man während des Pokerspiels vor der Entscheidung steht, eine weitere Karte zu ziehen bzw. zu tauschen, kann das Größenverhältnis zwischen dem Einsatz und dem zu gewinnenden Pot unter Einbeziehung der Odds, also der Wahrscheinlichkeit die richtige Karte zu bekommen eine wichtige Überlegung sein, und einem so die Entscheidung abnehmen ob man callen (mitgehen) möchte oder lieber folden (aussteigen) sollte. Diese Pot Odds können insbesondere Anfängern zu Beginn Kopfschmerzen bereiten, sind aber auf längere Sicht gesehen absolut notwendig, um auf Dauer auch zu gewinnen.
Trotzdem kann es manchmal ratsam und gewinnbringend sein, wenn man trotz schlechter Aussichten anhand der Pot Odds mitgeht. Dies trifft zu, wenn der Fall eintritt und man die richtige Karte erhält und im Anschluss daran damit rechnen kann, mit dieser Pokerhand weitere Einsätze zu gewinnen. Entscheidet man sich für dieses Vorgehen, wird diese Aktion auch als Implizierte Odds bezeichnet, also angedeutete Wahrscheinlichkeit. Jedoch ist auch der umgekehrte Fall möglich. Hierbei bekommt man die erhoffte Karte und verliert trotzdem im weiteren Spielverlauf größere Einsätze, da andere Teilnehmer einfach eine stärkere Hand zu bieten haben. Dies nennt man dann Reverse Implied Odds, also umgekehrte angedeutete Wahrscheinlichkeit. Es zeigt sich also, bei den Pot Odds bringt die Erfahrung meist den Erfolg und man wird immer besser bei seinen Einschätzungen je öfter man spielt.
Die Position – Wo man sitzt, so spielt man
Für ein gewinnbringendes Pokerspiel ist es nicht nur von Bedeutung, wie man spielt, sondern auch auf welcher Position, vom Dealer aus betrachtet, man die Runde angeht. Grundsätzlich ist es sehr vorteilhaft, eine möglichst späte Position am Tisch zu besetzen, da man auf diese Weise die Aktionen seiner Gegner sehr gut beobachten kann. Anhand dieser Informationen lässt sich das eigene Spiel besser gestalten, was wiederum die Erfolgschancen steigert. Für Spieler, die nah am Dealer sitzen und somit auch die früheren Einsätze bringen müssen, bedeutet dieser Umstand, dass sie grundsätzlich auf bessere Starthände und besser Karten während des Spiels angewiesen sind, da sie nicht in der Lage sind anhand der Aktionen des Gegners, dessen Karten und Kombinationen einzuschätzen. Gerade in fortgeschrittenen Setzrunden gewinnt die Position zunehmend an Bedeutung, da es hier um höhere Einsätze geht.
Auch Täuschung gehört zum Pokern dazu
Wie bereits der Name dieser Aktion aussagt, geht es bei der Täuschung darum, seinen Gegner zu einer anderen Spielweise zu bewegen, als dieser an den Tag legen würde, wenn er die Karten kennen würde. Mit einer geschickten Täuschung kann man also sowohl ein schlechtes Blatt in ein gewinnbringendes verwandeln, als auch den Pot für ein sehr gutes Blatt noch entscheidend erhöhen. Gute Pokerspieler lassen die Täuschung für andere unbemerkt in ihr Spiel mit einfließen und sind wahrscheinlich gerade aus diesem Grund so gut. Für ein Gewinn versprechendes Pokerspiel ist es fast schon vorgeschrieben, die Täuschung anzuwenden. Hierfür gibt es im Grunde genommen zwei Möglichkeiten. Hat man zu Beginn, oder auch während des weiteren Spielverlaufs kein gutes Blatt auf der Hand und möchte sich trotzdem nicht aus der Runde verabschieden, kann man durch ein geschicktes Mitgehen oder auch erhöhen andere Spieler verunsichern und so vielleicht zum Aussteigen bewegen. Diese Art der Täuschung wird auch Bluff genannt.
Die zweite Variante der Täuschung bezeichnet man als slow play. Hierbei hält man bereits eine made Hand auf der Hand oder hat besonders erfolgversprechende Kombinationen bekommen. Hält man sich trotz dieser Tatsache mit seinen Einsätzen zurück und erhöht nicht, könnten die Mitspieler sich auch mit mittleren Händen oder gar schlechten Händen darauf einlassen und ihre Einsätze dementsprechend bringen. So kann man die Gegner auf eine falsche Fährte bringen und sie im weiteren Spielverlauf zu Spielfehlern bringen. Diese Täuschung ist also das genaue Gegenteil zum Bluff.
Der richtige Einsatz bringt ´s
Geht es in den Wettrunden um die Einsätze, sollte man sich diese anhand seines Blatts auf der Hand wohl überlegen. Überstürzte Handlungen können einen hier viel Geld kosten und den Spaß am Spiel verderben. Aus diesem Grund seien hier die wichtigsten Gründe aufgelistet, die einem zum Mitgehen oder Erhöhen bewegen sollten.
Sinnvolle Gründe für einen Raise, also das Erhöhen
Bekommt man während des Spielverlaufs das Gefühl, die beste Pokerkombination in der Runde auf der Hand zu halten, kann man sich dazu entschließen zu erhöhen, um so den Pot zu steigern.
Ebenfalls sinnvoll ist ein Erhöhen, wenn man alle Spieler aus der Runde stoßen möchte, die ein schlechteres Blatt auf der Hand haben als man selbst. Im umgekehrten Sinn kann man mit dem Erhöhen auch Teilnehmer mit besseren Karten zum Aufgeben bewegen. Bei einem Bluff oder auch Semibluff ist das Erhöhen immer eine gute Wahl. Möchte man in einer der späteren Wettrunden eine freie Karte erhalten, kann man sich ebenfalls dazu entschließen, zu erhöhen.
Zu guter Letzt verschafft einem die Option zu erhöhen stets gute Informationen über die Blätter der Gegner. Auf diese Weise zwingt man seine Mitspieler dazu mitzugehen oder auszusteigen.
Sinnvolle Gründe für einen Call, also das Mitgehen. Entschließt man sich dazu mitzugehen, bekommt man auf diese Weise relativ günstig eine weitere Karte. Mit einem Call kann man auch seine Gegner beeinflussen und so verhindern, dass diese vielleicht schwächere Hände weglegen würden und nur noch die stärkeren spielen. Hat man besonders zielstrebige Spieler am Tisch, kann man mit einem Call ein sogenanntes Re-Raise abwenden. Des Weiteren macht ein Call währende des bereits oben genannten slow plays Sinn, da man die Mitspieler so einfach täuschen kann. Und zum Schluss kann man sich für das Mitgehen entscheiden, wenn man dadurch einen späteren Bluff einleiten möchte. Diese Option nennt sich auch floating.
Auch das Spielverhalten kann viel aussagen
Wer schon einmal Online Poker gespielt hat, oder sich in einer Spielbank zu einem Pokerspiel hat hinreißen lassen, weiß das auch das Spielverhalten viel zum Erfolg oder Misserfolg beitragen kann. So kann man Pokerspieler anhand ihres Verhaltens im Spiel zu verschiedenen Kategorien ordnen. Auf der einen Seite gibt es sogenannte Loose Spieler. Diese halten sich im Gegenzug zu tighten Spielern mehrere Optionen offen und spielen dementsprechend mehrere Hände. Dieser Umstand kann bei anderen Spielern einen bleibenden Eindruck hinterlassen und so zu einem maßgeblichen Image beitragen. Das wiederum kann in anderen Runden oder zu einem späteren Zeitpunkt in derselben Runde von enormen Vorteil sein. Auf der anderen Seite gibt es sogenannte aggressive Spieler, die ständig die Einsätze erhöhen, also Raisen oder auch mitgehen, also callen. Im Gegenzug dazu gibt es die sogenannten passiven Spieler, die sich zurückhalten und am ehesten callen oder checken, also aussetzen. Gerade bei den letzten beiden Spielertypen gilt ein aggressives Spiel als allgemein erfolgreicher, da man einen passiven Spieler einfacher durchschauen kann.
Wie bereits oben erwähnt, zählt auch das Image eines Spieler entweder zu seinen Stärken oder zu seinen Schwächen. Hat sich ein Spieler erst einmal ein gewisses Image aufgebaut, kann er diesen Umstand leicht für sich nutzen, indem er während eines Spiels eine andere Taktik verfolgt, ohne dass die Gegner dies mitbekommen. Je länger man Online Poker spielt und je mehr Erfahrung man hierbei sammelt, umso einfacher und cleverer kann man mit dem eigenen Image umgehen und sich dieses zum Vorteil machen. Das Aufbauen eines eigenen Pokerimage zählt ebenfalls zur sogenannten Täuschung und stellt im zunehmenden Verlauf einen wesentlichen Teil der Pokerstrategie dar.
Das Finanzrisiko minimieren
Für das Pokerspielen hat jeder Spieler setzt sich im Normalfall jeder Spieler eine gewisse Geldmenge als Limit. Diese Geldmenge wird auch als Bankroll bezeichnet. Zu einer guten Pokertaktik sollte daher auch die Minimierung des Risikos stehen, dieses Limit komplett zu verlieren. Diesen Vorgang bezeichnet man auch als Bankroll-Management. Bei aller Vorsicht schaffen es manchmal selbst die besten Pokerspieler nicht, zu verhindern, dass sie ihren kompletten Bankroll verlieren. Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, sollte für die Risikoeindämmung einfach auf kleinere Einsätze zurückgreifen. Laut den allgemeinen Pokerregeln sollte man für jederzeit 30 x 100 Big Blinds für sein Limit zur Verfügung haben. Kann man diese Vorgabe nicht mehr erfüllen, sollte man sich laut dem Bankroll-Management auf kleinere Einsätze beschränken. Grundsätzlich sollte man beim Pokerspielen also stets seine Finanzen im Auge behalten, damit man sich nicht vorzeitig mit dem Thema “Ruin des Spielers” beschäftigen muss.
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